Mit Sicherheit dürfte die Netflix-App unter den absoluten Top 3 aller installierten Apps auf dem Apple TV sein. Dementsprechend sensibel sind Kunden, wenn die Benutzeroberfläche geändert wird. Das letzte Redesign ist noch immer nicht gut angekommen, da sorgt man für neue Frustration. Grund dafür ist die Abkehr vom Standard-Videoplayer unter tvOS.
Abkehr vom tvOS-Standardvideoplayer
De facto nutzen nahezu alle Videostreamingdienste unter tvOS den Standardvideoplayer, bietet dieser doch diverse Vorteile. Er ist nativ ins System integriert, er kann auf die erweiterte Steuerung via Siri zurückgreifen (Spring zehn Sekunden zurück usw.) oder sich via iPhone und iPad steuern lassen. Davon rückt Netflix nun ab und rollt stattdessen einen eigenen Videoplayer innerhalb seiner App aus. Dieser kommt laut diversen Einträgen bei reddit nicht gut weg.
Bedienkomfort deutlich gesunken
Die neuen Änderungen führen dazu, dass grundlegende Funktionen deutlich umständlicher geworden sind: Statt wie bisher mit einem einzigen Tastendruck zehn Sekunden vor- oder zurückzuspringen, müssen Nutzer nun zunächst eine Frame-Ansicht öffnen und anschließend weitere Eingaben tätigen. Dieser Bruch mit den gewohnten Bedienmustern von tvOS wirkt sich negativ auf die Nutzerfreundlichkeit aus und macht die Navigation spürbar weniger effizient. Gleichzeitig hat auch die Steuerung über iPhone und Apple Watch an Funktionalität eingebüßt.
Viele Nutzer berichten, dass wichtige Bedienelemente in der Remote-App fehlen – etwa die Möglichkeit, Intros zu überspringen oder direkt vor- und zurückzuspringen. Zusätzlich ist in der „Now Playing“-Ansicht der Fortschrittsbalken verschwunden, was die Orientierung innerhalb von Inhalten erschwert.
Will Netflix mehr Daten absaugen?
Über die Gründe, warum Netflix einen eigenen Videoplayer implementiert, lässt sich nur spekulieren – das Unternehmen hat sich nicht offiziell dazu geäußert. Eine naheliegende Vermutung von uns ist, dass Netflix über eine eigene Wiedergabeumgebung deutlich mehr Kontrolle über Nutzungsdaten erhält – insbesondere im Kontext des werbefinanzierten Abos. Während der tvOS-Standardplayer viele Abläufe systemseitig kapselt, erlaubt ein proprietärer Player eine wesentlich dediziertere Erfassung von Interaktionen. Dazu zählen etwa sekundengenaue Daten darüber, wann Nutzer pausieren, vorspulen, Inhalte abbrechen oder erneut ansehen.


