Mobilfunkverträge: Verbraucherschützer fordern Kündigung nach sechs Monaten

Bundestag, Deutschland, Politik

Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als ein neuer Mobilfunkvertrag standardmäßig nur 12 Monate lief? Inzwischen sind Laufzeitverträge meist mit einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren ausgestattet. Das soll sich aber bald schon ändern und wenn es nach dem Willen der Verbraucherschützer geht, sogar drastisch. Auch in anderer Hinsicht sollen die Verbraucher gestärkt werden, aus dem Lager des Handels kommen Proteste gegen die geplanten Änderungen.

Der typische Mobilfunkvertrag bei den großen Anbietern kommt seit Jahren schon mit einer initialen Laufzeit von zwei Jahren, dies ist etwa bei bezuschussten Endgeräten meist der Fall. Daneben gibt es natürlich die zahlreichen teils attraktiven monatlich kündbaren Angebote, doch den langen Laufzeiten soll es ohnehin bald an den Kragen gehen. Eine Verkürzung der Mindestlaufzeit ist bereits in das neue „Gesetz für faire Verbraucherverträge“ eingeflossen. In dieses Gesetzesvorlagen mit dem gefälligen Namen wurde eine neudefinierte Formulierung für bestimmte Vertragsarten aus Kommunikation oder Energieversorgung eingebracht. Die initiale Laufzeit bei Abschluss soll statt zwei künftig nur noch ein Jahr betragen.

Die deutschen Verbraucherzentralen sind jedoch mit dieser Regelung noch nicht zufrieden. Auch ein Jahr sei noch zu viel, sie verlangen eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten bei Vertragsabschluss, das schreibt der Verbraucherzentralebundesverband in einer entsprechenden Stellungnahme.

Rechte des Kunden sollen weiter gestärkt werden

Zudem fordern die Verbraucherschützer für möglichst alle Verträge die sogenannte Bestätigungslösung. Dabei muss neben dem Verkäufer oder Anbieter auch der Kunde schriftlich die Schließung eines Vertrags bestätigen. Das macht zwar den Vertragsabschluss für den Kunden zunächst etwas weniger komfortabel, stärkt aber seine Position, falls er vom Vertrag zurücktreten möchte. In diesem Fall muss er nicht von einem oft umständlichen Widerruf Gebrauch machen, sondern kann schlicht darauf verzichten, den Vertragsabschluss zu bestätigen. Der Vertrag bleibt bis zur ausdrücklichen Bestätigung des Kunden schwebend unwirksam.

Erwartungsgemäß regt sich bereits Widerstand der Unternehmen gegen diese Forderungen sowie die bereits fest vorgesehenen Änderungen. Sie sprechen von einer unzumutbaren Behinderung im Geschäftsverkehr. Der Referentenentwurf kann noch bis Ende des Monats von Fachverbänden kommentiert werden, anschließend beginnt das Gesetzgebungsverfahren.

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Roman van Genabith
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21 Kommentare zu dem Artikel "Mobilfunkverträge: Verbraucherschützer fordern Kündigung nach sechs Monaten"

  1. ZOKI 23. Februar 2020 um 09:41 Uhr ·
    Da werden sich die großen gegen wehren aber wegen mir,statt dessen einfach mal bisschen attraktivere Verträge dann bleibt man auch bei einem Anbieter wenn man zufrieden ist …
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  2. Dominik 23. Februar 2020 um 09:57 Uhr ·
    Sollen die erstmal attraktive Verträge wie bei unseren europäischen Nachbarn auf die Beine stellen. Wir zahlen alle viel zu viel für schlechte Leistung und warum? Weil wir es ohne zu Murren zahlen
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    • Devil97 23. Februar 2020 um 10:03 Uhr ·
      Das hört sich aber nach Murren an
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  3. Alengelander 23. Februar 2020 um 10:00 Uhr ·
    Ich arbeite in einem Fachgeschäft für Mobilfunk und Festnetz. Wenn die Mindestvertragslaufzeiten so stark verkürzt werden seh ich schwarz für die Händler und Anbieter generell. Die Zuzahlungen für Smartphones würden wegen der geringen Subvention extrem steigen. Die Verträge würden wohl ebenfalls teurer werden und am Ende zahlt der Kunde dann mehr als in einem Vertrag mit 24 Monaten Laufzeit. Der Netzausbau würde sich verlangsamen da die großen Anbietet mit weniger Einnahmen rechnen müssen und diese auch nicht mehr so planbar sind.
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    • Devil97 23. Februar 2020 um 10:04 Uhr ·
      Sowas wollen die Leute aber nicht verstehen. Und die die es verstehen haben wieder das Nachsehen
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    • Blub 23. Februar 2020 um 11:23 Uhr ·
      Welcher Netzausbau? Ich glaube eher das es weniger Leute geben wird die in kurzer Zeit Millionen verdienen. Das Märchen vom Netzausbau kannst du dir sparen, es ist allgemein bekannt das wir im Weltweiten Vergleich mit das schlechteste Netz haben.
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    • neo70 23. Februar 2020 um 11:28 Uhr ·
      Mmmh, meine Verträge schließe ich online ab. Kündigung und Rufnummermitnahme gehen inzwischen kinderleicht. Wer ein aktuelles Handy haben möchte wird durch einen 24 Monate laufenden Mobilfunkvertrag kein subventioniertes Gerät erhalte, sondern schließt eigentlich eine reine Finanzierung über 24 Monate ab. Nun erkläre mir, warum man nicht lieber sein Smartphone bar oder im Geschäft selbst auf 12 oder 24 Monate finanzieren und einen Mobilfunkvertrag mit monatlicher Kündigung online abschließen soll.
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    • yuckfou 23. Februar 2020 um 19:25 Uhr ·
      Ich habe ja nicht mal unbedingt was gegen 24 Monate Laufzeit, aber die 12 Monate automatische Verlängerung wurmen doch ganz schön. Wenn die Vertragslaufzeit um ist, dann monatliche Kündigungsmöglichkeit.
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  4. Thomas 23. Februar 2020 um 10:09 Uhr ·
    Das Mobilfunk nur noch teurer. Es wird dann keine subventionierte Geräte mehr geben, die wenigen Läden vor Ort werden wohl alle schließen müssen, weil sie nichts mehr verdienen können. Ob da im Interesse des Verbrauchers ist, bezweifle ich stark. Wer will kann doch heute schon monatlich kündbare Verträge abschließen. Oder halten die Verbraucherschützer uns alle für unmündig?
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    • Apple Fan 24. Februar 2020 um 11:35 Uhr ·
      Die wollen doch alles besser wissen.
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  5. OnSmash 23. Februar 2020 um 10:37 Uhr ·
    Die neuen Handys zahlt man ja bestenfalls zinsfrei ab. Kaufe mi schon jahrelang fie Telefone selbst, weil man rechnerisch besser kommt ohne neue 24 Monate oben drauf. Und ehrlich: Gehen die Verträge der dt. Riesen überhaupt noch teurer? Man könnte ja mal die Freizügigkeit einführen, Verträge Eu-weit abschließen zu können…. beim Kaufen geht’s ja auch.
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  6. toptac 23. Februar 2020 um 10:47 Uhr ·
    Warum verdienen die Anbieter dann zu wenig? Die Nutzer bleiben von der Anzahl her die gleichen. Nur wird es sich umverlegen. Die monatlich kündbaren Verträge sind meist sehr eingeschränkt von der Leistung und attraktiv nur bei O2, dafür mit einem sehr schlechten Netzausbau ausserhalb Ballungsgebiete. Ausserdem wird bei diesen Verträgen kein Handy subventioniert. So wird auch die Telekom mal dazu gezwungen, faire Preise anzubieten. Die Subventionen sind schon lange nicht mehr attraktiv, Lohnt sich kaum noch. Die Leistungen werden innerhalb zwei Jahre so oft verändert, aber man hat keine Chance diese zu nutzen, da man ja zwei Jahre gebunden ist. Ich finde das fair, die Laufzeit zu verkürzen.
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  7. clausi 23. Februar 2020 um 10:57 Uhr ·
    Dieser Schuss der Verbraucherschützer wird, wie so vieles anderes, für die Verbraucher nach hinten losgehen! Kein Normalsterblicher wird sich mehr ein Premium-Smartphone leisten können und vieles anderes mehr! Unterm Strich wird alles nur mehr kosten …
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    • Maurice 23. Februar 2020 um 11:05 Uhr ·
      Sehe das anders, alle die es sich leisten können, kaufen eh nie ein iPhone „auf Punp“ und im Gegenzug wird kein „Geringverdienern“ mehr über seine Verhältnisse leben. Gibt genug Auswahl für jeden Geldbeutel, warum muss es immer das teuerste vom teuersten sein?
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    • Thorsten 23. Februar 2020 um 23:56 Uhr ·
      Und wie machen es unsere armen Nachbarn in Europa, die nicht die 24Monate sich binden dürfen 🤔😱? Mann wach mal auf , fast überall ist der Mobilfunk günstiger und das Netz besser .
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  8. insi 23. Februar 2020 um 11:13 Uhr ·
    Ich habe vor zweieinhalb Jahren bei den Magentas meinen Vertrag verlängert, diesmal mit Handy. Auch nach Ablauf der zwei Jahre, in denen das Endgerät durch einen erhöhten Grundpreis subventioniert wurde, zahle ich weiterhin eben jenen höheren Preis. Ich bin seit über 20 Jahren Kunde dort und bin mittlerweile ziemlich erbost: Ich fühle mich betrogen, da ich einen Mehrpreis für eine Leistung zahle, die es nicht gibt. Kündigung versteht sich von selbst, aber der Vertrag läuft dennoch weiter…
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  9. Blub 23. Februar 2020 um 11:32 Uhr ·
    Wenn man sich die Verträge anschaut legt man bei 99% der Fälle drauf. Seit fast 10 Jahren nutze ich Congstar und kaufe meine Smartphones direkt im Handel ohne Vertrag, so fahre ich in den meisten Fällen deutlich günstiger. Die Smartphones werden bestenfalls finanziert aber nicht subventioniert. Der Ruf nach dem Halbjahresverträgen finde ich richtig. Kein Markt ist so schnelllebig wie der im Mobilfunk. Congstar bietet spätestens jedes halbe Jahr neue verbesserte Verträge an, die man dank sehr fairem monatlichen Kündigungsrecht, jederzeit wechseln kann. Ich surfe derzeit mit 23€, 8GB und 50Mbit Lte im Telekom Netz, sowas halte ich bei der Telekom direkt für unmöglich.
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    • Thomas 23. Februar 2020 um 12:07 Uhr ·
      Nein, das ist nicht so. Ich habe zum Beispiel ein iPhone 11Pro Max für 699 EUR mit 24 GB LTE (ungedrosselt) für 49 EUR im Monat. Wenn ich also den Rabatt aufs iPhone monatlich abziehe, zahle ich nur 27 EUR für einen 24 GB Full-LTE Vertrag. Wo gibt es den sonst? Und das ganze auch noch in D1. Bei Congstar ist LTE gedrosselt und du bezahlst das doppelte für 24GB.
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  10. iPhoner 23. Februar 2020 um 13:16 Uhr ·
    @insi&Blub: eure Fälle zeigen doch überdeutlich die plumpe Kundenveräppelung der TelKo’s! Dass Geld locker vorhanden ist, zeigt der Fall T-Com USSprint ja auch sehr schön. Diese Fusion wird nicht verbraucherfreundlich.
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  11. HighlySuspicious 23. Februar 2020 um 14:03 Uhr ·
    Statt dass man sich endlich mal der Zeit anpasst und Papierverträge sowie den ganzen anderen Mist für den man heute noch Briefpost braucht verbietet, will man wieder dahin zurück. Typisch Deutschland. Wie mir solche Deppen auf den Sack gehen. Und das dann auch noch im angeblichen Sinne des Verbrauchers.
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  12. yuckfou 23. Februar 2020 um 19:26 Uhr ·
    Ich habe ja nicht mal unbedingt was gegen 24 Monate Laufzeit, aber die 12 Monate automatische Verlängerung wurmen doch ganz schön. Wenn die Vertragslaufzeit um ist, dann monatliche Kündigungsmöglichkeit.
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