In vielen Lebensbereichen haben digitale Geschenkkarten den guten alten Plastikkarten den Rang abgelaufen. Sie kommen per E-Mail ins Haus, sind in Sekunden eingelöst und passen aufgeräumt in die digitale Brieftasche des iPhones. Apple Wallet auf iOS und iPadOS bringt einige praktische Funktionen für den Umgang mit Codes, Guthaben und App-Store-Karten mit. Wer regelmäßig Gutscheine verschenkt oder selbst in Empfang nimmt, der hat ein Interesse daran, seinen Zettelkram ordentlich zu sortieren und Sicherheitsroutinen in Petto zu haben.
Einlösen von App-Store- und iTunes-Guthaben
Der einfachste Fall überhaupt sind die Karten von Apple selbst. Eine App-Store- und iTunes-Karte ist direkt über die Kamera einscannt. Hierzu einfach den App Store aufrufen, in der rechten oberen Ecke auf das Profilbild tippen und „Geschenkkarte oder Code einlösen“ auswählen. Hält man nun die Karte so vor die Kamera, dass der silberne Streifen zu sehen ist, erkennt das System den Code automatisch und schreibt das Guthaben der Apple-ID gut. Man kann alternativ auch den 16-stelligen Code von Hand eingeben.
Guthabenkarten für Drittanbieter, etwa für Streamingdienste, Gaming-Plattformen oder soziale Netzwerke, gehen einen anderen Weg. Wer sich beispielsweise TikTok Coins kaufen will, erhält den Code in der Regel per E-Mail und löst ihn direkt auf der jeweiligen Plattform ein, nicht über die Apple Wallet. Da das Apple-Ökosystem und externe Anbieter nicht miteinander verbunden sind, dient die Wallet hier eher als Ablage für den PDF-Beleg oder als Sammelstelle im Verbund mit der Notizen-App.
Karten in Apple Wallet ablegen und sortieren
Nicht jede Geschenkkarte lässt sich als eigenes Objekt in der Wallet speichern. Das klappt nur, wenn der Anbieter eine sogenannte Pass-Datei zur Verfügung stellt, also eine Datei im Format .pkpass. Große Händler wie Starbucks oder Zalando und Douglas unterstützen diesen Standard. Nach Antippen des Buttons „Zu Apple Wallet hinzufügen“ erscheint die Karte mit Bar- oder QR-Code in der App und aktualisiert sich bei Bezahlung jeweils von selbst.
Alle anderen Codes kann man pragmatisch in der Notizen-App ablegen, diese Notiz durch Face ID oder Touch ID sichern und bei Bedarf ein Foto der Karte hinzufügen. So bleibt der Zugriff schnell, ohne dass gleich alles offenliegt. Wer viele Karten sammelt, kann auch Ordner anlegen und nach Kategorien sortieren, etwa nach Streaming, Gaming, Mode oder Gastronomie.
Sicherheit von Codes, Screenshots und iCloud
Ein Geschenkkarten-Code funktioniert ähnlich wie Bargeld – wer ihn kennt, kann ihn einlösen. Daher ist es wichtig, höchste Sicherheit zu gewährleisten. Oft landen Screenshots von diesen Codes in der Fotomediathek und werden zudem über iCloud synchronisiert. Dies birgt ein Risiko, insbesondere bei gemeinschaftlich genutzten Geräten oder wenn die Familienfreigabe für Fotos aktiviert ist. Die iCloud-Schlüsselbund, die seit iOS 7 verfügbar ist und kontinuierlich verbessert wird, stellt eine sicherere Möglichkeit dar, sensible Daten zu speichern. Die Aktivierung der Zweifaktor-Authentifizierung für die Apple-ID gilt als bewährte Methode, um unautorisierten Zugriff zusätzlich abzusichern.
Sollte ein Gerät verloren gehen, kommt die Funktion „Wo ist?“ zum Einsatz. Damit kann das iPhone aus der Ferne gesperrt werden, was auch die Karten in der Wallet schützt. Bei Codes, die per E-Mail gesendet werden, ist es ratsam, diese in einen geschützten Ordner innerhalb der Mail-App zu verschieben.

