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Der Mac mini wird erwachsen! Happy Birthday! (Die Kolumne)

Der 18. Geburtstag ist in unseren Breiten immer etwas Besonderes. Er markiert den Eintritt in das Erwachsenenleben, die volle Verantwortung für sein Tun (naja, eine Richterin kann gnädigerweise bis zum 21. Lebensjahr das Jugendstrafrecht anwenden) und endlich Freiheit! Dieses Alter wird international erschreckend einheitlich als Volljährigkeit gesehen, außer zum Beispiel in Nordkorea (17) oder in Nepal (16), in denen junge Menschen früher heiraten, saufen und sich eigenverantwortlich in den Ruin treiben können. Ein Umzug, vor allem nach Nordkorea, empfehle ich aus den genannten Gründen allerdings nicht!

Happy Birthday, Mac mini

Nun… der Mac mini ist 18 Jahre alt, vorgestellt im Januar 2005! Herzlichen Glückwunsch, Mac mini! Damals (siehe unser Foto mit dem Modell der 1. Generation) für schlappe 489 Dollar (ja, netto!) erhältlich, hatte er einen PowerPC-Prozessor, 256 MB (M! nicht G!) RAM und 40 Gigabyte-Festplatte, aber! einen Einschub für eine CD (das waren die silbernen Scheiben mit 12 Zentimeter-Durchmesser, die damals zur Softwaredistribution verwendet wurden). Der Mac mini war damals eine Sensation und der Erste seiner Art. Er kam als Low-Budget-Gerät daher, was Apple seitdem mal immer wieder versucht, so mit dem iPhone 5c oder SE-Modellen. Und er war ein Gerät von Apple ohne integrierten Bildschirm, so wie 2023 der Mac Pro und Mac Studio. Wir nennen das heute modular.

Kampfansage an Windows

Doch warum wagte sich Apple 2005 auf dieses dünne Eis? Dafür gab es zwei sehr gewichtige Gründe, eigentlich drei. Erstens war dieser Mini-Computer eine klare Kampfansage an den Windows-PC. Damals wie heute sind, sprechen wir Wahrheiten mutig aus, Windows-PCs weiter verbreitet als alle anderen Systeme. 2005 hatte Windows einen Marktanteil von rund 95 Prozent und Apples Anteil sank von 2000 bis 2004 von sieben auf fünf. 2005 kam der Mac mini auf den Markt und Apples Marktanteile an privat genutzten Computern stieg auf über 20 Prozent. Die Strategie von Apple, einen guten, billigen Computer anzubieten, bei dem die alte Hardware wie Monitor, Tastatur und Maus weiterverwendet werden kann, ging auf!

Neue Zielgruppe

Apple war und ist schon immer gut in Kundenbindung. Einmal im Kosmos, fühlt man sich pudelwohl und möchte nichts von der grauen, harten Realität draußen hören. Das, was wir heute als „Apple-Ökosystem“ (fälschlicherweise, wie ich als studierter Biologe bezeugen kann) bezeichnen, funktioniert super. Apple-Kunden sind treue Kunden. Doch ich muss die Kundin in mein System locken, wie eine Venusfliegenfalle (,um in der Biologie zu bleiben). Das sollte der Mac mini leisten. Er war billig, er war leistungsstark und er bot alles, was man als Mac-Nutzer an Software schätzte. Die perfekte Einstiegsdroge. Das ist der Mac mini übrigens bis heute, wenn auch der Eintritt inzwischen 699 Dollar kostet.

Server

Von uns Standard-Privat-Nutzern wird leicht übersehen, dass der Mac noch eine andere erfolgreiche Seite hat, als Computer in Rechenzentren. So gab es von Apple von 2002 bis 2009 ein „Xserve“ genanntes System, das als Einbau-Gerät für Racks konzipiert war und bis 2003 auch immer wieder Workgroup- und Network-Server. Diese Rolle hat der Mac mini als Arbeitstier gerne übernommen. Heute gibt es Rechenzentren, in denen Tausende von Mac minis ihre Arbeit tun. Ein eindrucksvolles Beispiel mit dem MacStadium in Las Vegas hat Apple in Wort und Bild auf ihren Seiten mit den Worten „Die geheime Welt des Mac mini“ dokumentiert.

Modell Nummer 18 im 18. Jahr

Apple frönt seinem Hang zur Symbolik und brachte pünktlich das 18. Modell im 18. Jahr und damit zur Volljährigkeit heraus, wie immer als Einsteigermodell (zum Preis von erneut 699 Euro), aber auch in einer Power-Variante, die bei 1.549 Euro beginnt. Bislang gab es schön unregelmäßig neue Modelle und von 2014 bis 2018 auch mal vier Jahre gar keine neuen. In all den Jahren verrichtete das kleine, unscheinbare und inzwischen mit M1-Chip auch kraftvolle Ding treu seine Arbeit zum Wohl seines Schöpfers. Also: Happy Birthdy, Mac mini.

 

Unser Kolumnist Dr. Marco ist im Twitter-Urlaub, aber auf Mastodon: fileccia@dju.social

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Marco Fileccia
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2 Kommentare zu dem Artikel "Der Mac mini wird erwachsen! Happy Birthday! (Die Kolumne)"

  1. Ingo 19. Januar 2023 um 20:14 Uhr · Antworten
    Vergleich Mac Mini and Mac studio
    iLike 1
  2. Ingo 19. Januar 2023 um 20:14 Uhr · Antworten
    Gibt es da schon etwas?
    iLike 0