ARD und ZDF Mediathek: 7-Tage-Frist steht vor Abschaffung

Nach sieben Tagen müssen ARD und ZDF einen Großteil ihrer Sendungen aus den Mediatheken löschen. Das wurde mit dem seit 2009 bestehenden zwölften Rundfunkänderungsstaatsvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag zwingt die öffentlich-rechtlichen Sender dazu, Beiträge nach der Frist offline zu nehmen. Danach sind sie häufig nicht mehr auffindbar.

ARD Mediathek vs. ZDF Mediathek

Wer in den Mediatheken der beiden Rundfunkanstalten nach etwas älteren Sendungen sucht, schaut häufig in die Röhre. Denn der Staat verbietet den Sendern das Angebot der meisten Beiträge. Beim ZDF, das selber gut 85 Prozent aller Videos nach sieben Tages aus der Online-Mediathek und der dazugehörigen App löschen muss, stört daher seit längerem ein Hinweis in den FAQs:

Die meisten Beiträge in der ZDF Mediathek bleiben zwölf Monate abrufbar. Insbesondere Bild- und Musikrechte sowie die Vorgaben des Rundfunkänderungsstaatsvertrages Schränken des Mediathek-Angebot ein. Aus diesem Grund sind vor allem fiktionale Beiträge (z.B. Serien und Krimis) häufig nur sieben Tage abrufbar.

Bei der ARD, die extra eine Sonderseite dafür eingerichtet hat, klingt das ähnlich.

Insbesondere die Vorschrift, ein Verweildauerkonzept vorzulegen, also die Vorhaltezeit von Videos, Audios, Bildern, Texten und multimedialen Inhalten in den Telemedien zu begrenzen, hat dazu geführt, dass zahlreiche Dokumente in den Angeboten depubliziert werden mussten. Die Umsetzung des Verweildauerkonzeptes hat zur Folge, dass in den Telemedienangeboten der ARD Inhalte nach sieben Tagen, drei Monaten, sechs Monaten oder einem Jahr gelöscht werden müssen. Zeit- und kulturgeschichtliche Inhalte dürfen unbefristet in Archiven angeboten werden.

Da aber die Mehrzahl der Beiträge zu den Medien zählt, die nach sieben Tagen entfernt werden müssen, haben sich nicht wenige Nutzer bereits über die zwecklose Regel aufgeregt. Bei der Einführung der Klauseln gab man als Begründung an, dass durch die Löschung der Beiträge nach sieben Tagen Platz für einen Video-On-Demand Bezahldienst wird, der alle Serien und Sendungen gegen Gebühr anbietet. Doch dieser Plan ging nicht auf – niemand will für den letzten „Tatort“ zahlen müssen. Der Verbraucher muss doch unabhängig davon sowieso Rundfunkgebühren blechen. So verliert die ohnehin schon wackelige Begründung an Halt.

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Das hat auch die Politik mittlerweile gelernt und 2013 bereits in Aussicht gestellt, die 7-Tage-Frist abzuschaffen. Nachdem sich zuvor 2012 schon CSU-Vizechefin Dorothee Bär gegen diesen Vertrag ausgesprochen hat. Und jetzt tut sich etwas: Das Berliner Abgeordnetenhaus hat nun dafür gestimmt, die Onlineangebote von ARD und ZDF nicht mehr nach sieben Tagen offline zu nehmen. Vorausgegangen war ein expliziter Antrag der Fraktionen der Piraten, Linken und Grünen. Wann die Änderungen in Kraft treten, bleibt abzuwarten.

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Philipp Tusch
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8 Kommentare zu dem Artikel "ARD und ZDF Mediathek: 7-Tage-Frist steht vor Abschaffung"

  1. Matze 7. Juli 2014 um 18:31 Uhr ·
    Und warum bitte dauert das solange? In anderen Ländern ist das Gang und Gebe, das alles online laaaaange kostenfrei verfügbar ist
    iLike 10
    • Martin 7. Juli 2014 um 19:33 Uhr ·
      Weil wir hier in Deutschland sind und jeder Heinz an allem Geld verdienen will – siehe WLAN hotspots – in vielen EU Ländern so natürlich und free wie die Luft zum atmen – bei uns muss man überall in den Fußgängerzonen Suchen und hoffen, einen hotspot zu finden – das ganze dann noch mit unzähligen Access Portalen – und am besten gegen gebühr…damit jeder noch was dran verdienen kann…
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  2. o.wunder 7. Juli 2014 um 19:30 Uhr ·
    Hinterwäldler hier in D.
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    • Icke 8. Juli 2014 um 06:18 Uhr ·
      Dieses „Deutschland“ ist das ASOZIALSTE Land auf dieses Erde!!!! Politiker sind wixxer, Richter, anwält, Notare…. Die Streichen die fetteste Kohle ein und der arme mann/Frau arbeitet sich kaputt für 1000€ Netto und ne Rente von 500€…
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      • WePe 8. Juli 2014 um 14:07 Uhr ·
        „Dieses “Deutschland” ist das ASOZIALSTE Land auf dieses Erde!!!! Politiker sind wixxer, …“ – ich finde, solche EXTREMISTISCHE AUSSAGEN haben weder hier noch sonst wo etwas zu suchen und man sollte den „Ickes“ dieser Welt keine Plattform für die Verbreitung solcheR HETZE bieten.
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      • neo.70 8. Juli 2014 um 19:24 Uhr ·
        Meister, an Deiner Ausdrucksweise und Rechtschreibung zu urteilen, bist Du bereits auf dem besten Weg nur 1000€ im Monat zu verdienen. Jeder ist seines Glückes Schmied. So ist das nunmal in unserer Gesellschaft. Rege Dich also nicht über Dinge auf, welche theoretisch seien könnten, sondern unternehme für Dich etwas dagegen!!!
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  3. Tristan 8. Juli 2014 um 08:19 Uhr ·
    „Wer andere Mitmenschen und das Leben selbst oft anklagt, hält die Fülle und die Geschenke des Lebens von sich fern, denn seine Überzeugung muss sich bestätigen.“ Denk da mal drüber nach!
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  4. Gregor 8. Juli 2014 um 08:52 Uhr ·
    Der wichtigste Grund für die 7-Tage-Frist fehlt im Artikel: weil die privaten TV-Anbieter die Öffis behindern wollen. Und da alle Bundesländer einer Änderung zustimmen müssten, ist spätestens bei NRW (=RTL) und Bayern (=Pro7) Schluss.
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