Die Europäische Kommission verschärft die Durchsetzung des Digital Markets Act (DMA) und nimmt diesmal Google ins Visier. Künftig muss der Konzern konkurrierenden KI-Assistenten den gleichen Zugriff auf Android-Funktionen gewähren wie seiner eigenen KI Gemini. Die neuen Vorgaben sollen den Wettbewerb im Markt für KI-Dienste stärken und Nutzern mehr Wahlfreiheit bieten.
Nach den verbindlichen Vorgaben der EU muss Google Drittanbietern künftig Zugang zu zentralen Android-Funktionen ermöglichen, die bislang Gemini vorbehalten sind. Dazu gehören unter anderem Sprachaktivierung, die Ausführung von Aufgaben im Hintergrund sowie der Zugriff auf wichtige Systemfunktionen. Ziel ist es, dass alternative KI-Assistenten ähnlich tief in Android integriert werden können wie Googles eigene Lösung.
Parallelen zum Streit mit Apple
Google kritisiert die Entscheidung der Europäischen Kommission deutlich. Das Unternehmen warnt, dass eine weitreichende Öffnung des Systems Risiken für Datenschutz, Cybersicherheit und den Schutz sensibler Nutzerdaten mit sich bringen könnte. Die EU betont dagegen, dass nur qualifizierte Anbieter Zugang erhalten und Google weiterhin Sicherheits- und Datenschutzprüfungen durchführen darf, bevor Schnittstellen freigegeben werden.
Die Entscheidung dürfte auch Auswirkungen auf Apple haben. Der iPhone-Konzern hatte bereits argumentiert, dass vergleichbare DMA-Vorgaben die Einführung von Siri AI in Europa erschweren könnten. Während Apple die Verfügbarkeit seiner neuen KI-Funktionen in der EU bislang verschoben hat, muss Google seine Android-Plattform nun ebenfalls stärker für Wettbewerber öffnen.
Umsetzung bis 2027
Die Europäische Kommission erwartet, dass Google die neuen Interoperabilitätsanforderungen bis Juli 2027 umsetzt. Die Freigabe bestimmter Suchdaten soll bereits Anfang 2027 erfolgen. Mit den Maßnahmen will die EU sicherstellen, dass große Plattformbetreiber ihre marktbeherrschende Stellung nicht nutzen, um eigene KI-Dienste gegenüber konkurrierenden Angeboten zu bevorzugen.


