Werbung in Apple Karten kommt, aber nicht jedes Unternehmen kann davon profitieren. Der iPhone-Hersteller hat seine Werberichtlinien erstmals konkretisiert und schließt dabei drei komplette Branchen von Anzeigen in der Karten-App aus. Der interessanteste Ausschluss betrifft ausgerechnet ein Segment, mit dem Google Maps richtig Geld verdient.
Drei Kategorien fliegen raus
Konkret dürfen sämtliche Dienstleister rund um Haus und Wohnung nicht in Apple Karten werben – Elektriker, Schlüsseldienste, Dachdecker, Schädlingsbekämpfer und Co. sind komplett raus. Dies geht aus der veröffentlichten Richtlinie hervor. Dazu kommen Kautions- und Bürgschaftsdienste sowie Krypto-Geldautomaten. Arztpraxen und Kliniken wiederum dürfen grundsätzlich werben, müssen aber eine Einzelfallprüfung durchlaufen.
Handwerker-Ausschluss als größte Überraschung
Der Ausschluss von Handwerksbetrieben ist dabei interessant und fragwürdig zugleich. Bei Google Maps gehören bezahlte Einträge von Klempnern und Elektrikern, die sogenannten Local Services Ads, zu den umsatzstärksten lokalen Werbeformaten überhaupt. Cupertino geht hier bewusst einen anderen Weg. Einen offiziellen Grund gibt es nicht, die Richtung ist aber klar: Apple will zum Start offenbar nur Unternehmen mit festen, überprüfbaren Standorten ins Programm lassen. Dazu zählen Restaurants, Hotels, Geschäfte. Nebenbei spart man sich damit den aufwendigen Verifizierungsprozess, den Google für mobile Dienstleister betreiben muss.
Kein Tracking, kein Profiling
Wenig überraschend setzt Apple beim Werbemodell auf Datenschutz. Die Anzeigenauswahl basiert laut Apple auf drei Signalen: Suchbegriff, ungefähre Position und sichtbarer Kartenausschnitt. Kein Tracking, keine Verknüpfung mit dem Apple-Konto, kein Profiling nach Alter oder Geschlecht. Pro Platzierung wird nur eine einzelne Anzeige eingeblendet, markiert mit blauem Halo und „Ad“-Label.
Start zunächst nur in Nordamerika
Der Start erfolgt erst einmal nur in den USA und Kanada, Applepage berichtete. Apple spricht weiterhin von einem Start im Sommer – ein konkretes Datum gibt es nicht. Wann bezahlte Einträge auch im deutschsprachigen Raum auftauchen, steht in den Sternen. Für alle Apple-Werbeflächen gelten darüber hinaus die bekannten Regeln: keine politische Werbung, keine Waffen, keine irreführenden Angebote. Und natürlich darf auch niemand Apple-Produkte in Anzeigen schlecht aussehen lassen – das kennt man vom iPhone-Konzern.


