Wer eine kleine Website übernimmt, die eigene Seite eines Vereins oder den Auftritt eines Familienbetriebs, steht selten vor einer technischen Hürde. Die Schwierigkeit liegt woanders. Es fehlt eine Routine, in der wiederkehrende Aufgaben ihren festen Platz haben, und es fehlt die Übersicht, welche Programme man überhaupt braucht. Auf dem Mac ist beides schnell hergestellt, weil ein erheblicher Teil der nötigen Werkzeuge bereits installiert ist.
Was schon da ist
Für den Anfang genügen Bordmittel. TextEdit speichert im Nur-Text-Modus, sobald man das Format umstellt, und reicht für kleine Korrekturen an einer Vorlage. Die Vorschau öffnet Bilder, beschneidet sie und exportiert sie in andere Formate mit einstellbarer Qualität. Der Schlüsselbund verwahrt Zugangsdaten und füllt sie in Safari automatisch aus. Und die Bildschirmfoto-Funktion nimmt mit einem Tastenkürzel einen frei gewählten Ausschnitt auf, was für die Dokumentation eigener Änderungen praktischer ist als jede Notiz.
Wo sich zusätzliche Programme lohnen
Zwei Anschaffungen zahlen sich früh aus. Ein Editor mit Syntaxhervorhebung macht Fehler in HTML und CSS sichtbar, bevor sie auf der Seite landen, weil ein nicht geschlossenes Element farblich sofort auffällt. Und ein Dateitransfer-Programm mit Zwei-Fenster-Ansicht erspart das mühsame Hantieren im Browser, wenn mehrere Dateien gleichzeitig zu übertragen sind. Beides gibt es kostenlos in brauchbarer Qualität.
Eine Zusammenstellung nützlicher Anwendungen für ein frisch eingerichtetes Gerät findet sich in der Übersicht zwölf Apps für den neuen Mac, die neben Werkzeugen für den Alltag auch Programme zur Verwaltung von Zugangsdaten und zur Bildbearbeitung nennt.
Bilder richtig vorbereiten
Der häufigste Grund für eine langsame Website sind zu große Bilder. Eine Aufnahme aus dem Telefon hat schnell vier Megabyte und eine Kantenlänge von mehreren tausend Pixeln, während für die Darstellung selten mehr als 1.600 Pixel nötig sind. Die Vorschau erledigt beides in einem Durchgang, denn sie kann mehrere Bilder gleichzeitig skalieren und beim Export die Qualität regeln. Als Anhaltspunkt gilt, dass ein Bild für den Fließtext unter 200 Kilobyte bleiben sollte. Wer die Möglichkeit hat, exportiert zusätzlich in ein modernes Format wie WebP, das bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateien erzeugt. Wer viele Bilder zu bearbeiten hat, legt sich in der Kurzbefehle-App einen Ablauf an, der Skalierung und Export in einem Schritt erledigt.
Ein Ablauf, der sich durchhalten lässt
Wiederkehrende Pflege gelingt besser mit fester Reihenfolge als mit guter Absicht. Bewährt hat sich dieser Ablauf:
- Vor jeder Änderung eine Sicherung anlegen, mindestens der Dateien, bei einem Redaktionssystem zusätzlich der Datenbank
- Änderungen zuerst an einer Kopie testen, sei es lokal oder auf einer geschützten Unteradresse
- Nach dem Übertragen die Seite in zwei Browsern und auf dem Telefon prüfen
- Die Ladezeit stichprobenartig messen, weil sich Verschlechterungen sonst schleichend einstellen
- Einen festen Termin im Monat für Aktualisierungen von System und Erweiterungen einplanen
- Notieren, was geändert wurde, damit sich Fehler später zuordnen lassen
Wenn ein Redaktionssystem im Spiel ist
Die meisten übernommenen Websites laufen auf einem Redaktionssystem statt auf einzelnen HTML-Dateien. Damit verschiebt sich die Arbeit vom Dateitransfer in die Verwaltungsoberfläche, und zwei Aufgaben kommen hinzu. Die eine sind Aktualisierungen, die regelmäßig erscheinen und deren Auslassen der häufigste Grund für gehackte Seiten ist. Die andere ist die Verwaltung der Erweiterungen, von denen im Lauf der Jahre meist mehr installiert werden, als tatsächlich in Gebrauch sind. Ein Durchgang, bei dem ungenutzte Module entfernt werden, verkürzt die Ladezeit und verkleinert die Angriffsfläche zugleich. Nicht mehr gepflegte Erweiterungen sind dabei der kritischste Fall, weil für sie auch bekannte Lücken nicht mehr geschlossen werden.
Fehler, die beim Übertragen entstehen
Drei Stolperstellen wiederholen sich. Umlaute in Dateinamen führen auf manchen Servern zu nicht auffindbaren Bildern, weshalb sich Kleinschreibung ohne Sonderzeichen und Leerstellen bewährt hat. Groß- und Kleinschreibung wird auf dem Mac gleich behandelt, auf dem Server dagegen unterschieden, sodass eine lokal funktionierende Verlinkung online ins Leere läuft. Und Dateien, die macOS zusätzlich anlegt, landen bei unachtsamem Übertragen mit auf dem Server, wo sie zwar nicht stören, aber Verzeichnisse unübersichtlich machen.
Was der Hoster dabei übernimmt
Ein Teil dieser Aufgaben lässt sich abgeben, und genau darin unterscheiden sich die Angebote deutlicher als im Preis. Automatische Sicherungen mit der Möglichkeit, sie selbst zurückzuspielen, ersparen den größten Teil des ersten Punkts. Ein Zertifikat, das sich selbst erneuert, verhindert die Warnmeldung im Browser nach einem Jahr. Und ein Kundenbereich, in dem sich die PHP-Version umstellen lässt, macht Aktualisierungen ohne Ticket möglich.
Wer einen Webhosting Anbieter für ein solches Projekt sucht, sollte diese drei Punkte vor dem Preis vergleichen. Bei hosttech sind Sicherung, Zertifikat und der Wechsel der PHP-Version im Kundenbereich hinterlegt, sodass für die laufende Pflege kein Support-Kontakt nötig wird.
Sicherungen gehören auf den eigenen Rechner
Auf die Sicherung des Anbieters allein sollte man sich nicht verlassen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik fasst unter Datensicherung und Datenverlust die Grundregeln zusammen, darunter die Empfehlung, Kopien getrennt vom Original aufzubewahren und die Wiederherstellung gelegentlich zu üben. Für eine Website heißt das, einmal im Quartal einen vollständigen Abzug auf den Mac zu holen.
Time Machine sichert diesen Abzug dann mit, sofern er im gesicherten Bereich liegt. Wer die Dateien in einem Cloud-Ordner ablegt, sollte prüfen, ob dieser tatsächlich lokal vorliegt oder nur bei Bedarf geladen wird, denn im zweiten Fall landet lediglich ein Platzhalter in der Sicherung.
Zugangsdaten und Zusammenarbeit
Sobald mehr als eine Person beteiligt ist, wird die Verwaltung der Zugänge zum Thema. Sinnvoll ist, für jede Person ein eigenes Konto anzulegen statt ein gemeinsames Passwort weiterzugeben, weil sich Zugänge sonst beim Ausscheiden nicht sauber entziehen lassen. Für die Ablage eignet sich der Schlüsselbund, bei mehreren Beteiligten eher ein gemeinsam nutzbarer Passwortspeicher. Wichtig ist außerdem, den Zugang zur Domainverwaltung getrennt zu halten, denn er ist der einzige, der sich im Streitfall nicht nachbilden lässt.
Für die Auswahl passender Programme lohnt der Blick auf eine Übersicht der besten Programme für den Mac, die Werkzeuge für Textarbeit, Fensterverwaltung und Kommunikation gegenüberstellt.


