Apple hat das MacBook Pro grundlegend überarbeitet und erstmals mit einem OLED-Touchscreen ausgestattet. Heute ist der Marktstart, die ersten Testberichte fallen überwiegend positiv aus. Allerdings ist es nicht die neue Touchbedienung, die bei der Fachpresse für Begeisterung sorgt. Vielmehr überzeugen das außergewöhnliche Display, das leichtere Gehäuse und die weiterhin starke Akkulaufzeit. Kritik gibt es vor allem am hohen Preis.
Seit dem 5. November liegen die ersten ausführlichen Tests zum neuen MacBook Pro mit PROLED XDR Display vor. Die internationale Fachpresse konnte die neuen 14- und 16-Zoll-Modelle bereits ausprobieren. Dabei zeigt sich ein weitgehend einheitliches Bild: Apple hat sein Premium-Notebook in entscheidenden Bereichen verbessert, ohne dabei alles neu zu erfinden.
OLED-Display setzt neue Maßstäbe
Die größte Neuerung ist das PROLED XDR Display, mit dem Apple erstmals auf Tandem-OLED-Technologie in einem MacBook setzt. Gegenüber den bisherigen Mini-LED-Bildschirmen bietet die Technik unter anderem bessere Schwarzwerte, höhere Kontraste und eine präzisere Farbdarstellung.
Die Ergebnisse überzeugen die Tester. So wird der Bildschirm in einem Testbericht sogar als bester Laptop-Bildschirm bezeichnet, den der Redakteur bislang gesehen hat. Auch die enorme Helligkeit beeindruckt: In HDR-Inhalten erreicht das Display Spitzenwerte von annähernd 2.000 Nits.
Touchscreen nur Nebensache
Nach jahrelanger Ablehnung hat Apple erstmals einen Touchscreen in ein MacBook integriert. Die Umsetzung funktioniert laut den Testern zuverlässig. Bilder lassen sich direkt auf dem Bildschirm vergrößern, Webseiten durchscrollen und Bedienelemente per Fingertipp auswählen.
Die Begeisterung hält sich dennoch in Grenzen. Die ersten Praxistests sehen in der Touchbedienung eher eine praktische Ergänzung als eine grundlegende Veränderung.
Das Problem liegt weniger an der Hardware als an macOS. Apples Betriebssystem bleibt überwiegend auf die klassische Bedienung mit Tastatur und Trackpad ausgelegt. Zudem ist es auf Dauer wenig ergonomisch, für Eingaben immer wieder den Arm zum Bildschirm auszustrecken.
Leistung auf gewohnt hohem Niveau
Bei der Rechenleistung gibt es dagegen kaum Veränderungen. Das MacBook Pro mit PROLED XDR verwendet weiterhin die bekannten M5-Pro- und M5-Max-Prozessoren. Neue M6-Pro- oder M6-Max-Chips kommen vorerst nicht zum Einsatz.
Entsprechend liegen die Leistungswerte praktisch auf dem Niveau der bisherigen Modelle. Für anspruchsvolle Aufgaben wie Videoschnitt, 3D-Rendering oder professionelle Bildbearbeitung bleibt das MacBook Pro zwar hervorragend geeignet. Einen nennenswerten Leistungszuwachs erhalten Besitzer eines aktuellen M5-Pro- oder M5-Max-Modells durch den Wechsel allerdings nicht.
Positiv fällt weiterhin die Akkulaufzeit auf. Mehrere Tester berichten von problemlos erreichbaren Arbeitstagen ohne Steckdose. Allerdings zeigen die Messungen auch Unterschiede je nach Nutzung. Insbesondere helle Bildinhalte können den Stromverbrauch des OLED-Panels erhöhen.
Hoher Preis sorgt für Kritik
So positiv die Tester das Gesamtpaket bewerten, beim Preis hört die Begeisterung häufig auf. In Deutschland verlangt Apple mindestens 3.299 Euro für das 14-Zoll-Modell mit PROLED XDR Display. Die größere 16-Zoll-Version beginnt bei 3.899 Euro.
Auch in deutschen Testberichten werden zwar das Display, das geringere Gewicht und die gute Akkulaufzeit gelobt, gleichzeitig aber der hohe Preis kritisiert. Die fehlende Unterstützung für den Apple Pencil zählt ebenfalls zu den Kritikpunkten.


