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27. Oktober 2026

Patrick Bergmann

Bose übernimmt den Kopfhörerhersteller Skullcandy

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Aus der Technologiepartnerschaft wird eine Übernahme: Bose kauft den Kopfhörerhersteller Skullcandy, verrät aber keinen Preis. Das traditionsreiche Audiounternehmen aus Framingham setzt damit seine Einkaufstour weiter fort. Wir geben einen Überblick. 

Bose übernimmt nach Skullcandy

Im Kopfhörermarkt kommt es zu einer überraschenden Übernahme. Bose übernimmt Skullcandy und damit eine Marke, die viele vor allem mit bunten, jugendlichen In-Ears und kräftigem Bass verbinden. Ganz aus dem Nichts kommt der Deal allerdings nicht, denn die beiden Unternehmen arbeiten schon seit einiger Zeit eng zusammen.

Verkäufer ist ein Fonds der US-Investmentgesellschaft Mill Road Capital Management. Skullcandy wird nicht in Bose integriert, sondern bleibt eine eigene Marke und behält seinen Firmensitz in Park City, Utah. Organisatorisch ordnet Bose die Marke in seine Sparte Premium Consumer Audio ein. Zur finanziellen Seite schweigen beide Unternehmen: Weder Kaufpreis noch Bewertung wurden veröffentlicht. Ebenso gibt es bislang keine Ankündigung zu Umbauten, Stellenstreichungen oder personellen Änderungen in der Skullcandy-Führung. Bose-Chefin Lila Snyder sieht in dem Kauf einen Vorteil der eigenen Struktur. Weil Bose in Privatbesitz ist, könne das Unternehmen langfristig und auch mal mutig investieren. Skullcandy-CEO Brian Garofalow betont dagegen, was die Marke gewinnt: Der direkte Zugriff auf mehr Bose-Technik schaffe Spielraum für künftige Produkte.

Vom Lizenznehmer zur Tochter

Wie eng die beiden schon vorher verbunden waren, zeigt das Label „Sound by Bose“, das Skullcandy seit 2025 nutzt. Erstes Ergebnis waren die In-Ears Method 360 ANC, deren Klangabstimmung und Ohrpassstücke auf Bose zurückgehen. Deutlich weiter ging Skullcandy im Juli 2026 mit dem Over-Ear-Modell Crusher 1080 ANC. Laut Hersteller ist es das erste Fremdprodukt, das gleich drei Bose-Technologien kombiniert: die adaptive Geräuschunterdrückung QuietControl mit sechs Mikrofonen, TrueSpatial-Raumklang mit Headtracking und die WaveForm Audio Engine für die Signalverarbeitung. Auch sonst ist der Kopfhörer gut ausgestattet. Mit aktivem ANC soll der Akku rund 50 Stunden durchhalten, dazu kommen Bluetooth 5.3 und Auracast. Über diesen Broadcast-Standard aus Bluetooth LE Audio lässt sich ein Signal an mehrere Empfänger gleichzeitig senden. Mit 249,99 Euro zielt Skullcandy direkt auf die Premium-Konkurrenz von Sony und Sennheiser.

Einordnung

Für Bose ist der Kauf ein logischer Schritt. Die eigene Technik landet künftig auch in einer jüngeren, preisbewussteren Zielgruppe, ohne dass die Hauptmarke ihr Premium-Image verwässern muss. Ob Skullcandy-Kopfhörer dadurch teurer werden oder ob Bose-Technik schneller in günstigere Modelle wandert, ist noch offen. Und es sorgt zudem dafür, dass eine natürliche Konsolidierung des Marktes stafffindet.

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