Apple prüft offenbar Möglichkeiten, die Einnahmen und Margen seines App Stores weiter zu steigern. Medienberichten nach soll die neue Führung des Konzerns nach zusätzlichen Erlösquellen suchen und insbesondere auf wiederkehrende Einnahmen setzen. Konkrete Maßnahmen hat Apple bislang nicht angekündigt.
Im Mittelpunkt stehen demnach Apple-Chef John Ternus und Services-Chef Eddy Cue. Sie sollen nach Wegen suchen, das App-Store-Geschäft profitabler zu machen. Welche Änderungen konkret geplant sind, ist allerdings noch offen. Einem Bericht von Bloomberg zufolge könnte es unter anderem um neue Abo-Modelle oder zusätzliche Einnahmen von Entwicklern und großen Anbietern gehen.
Schiller soll Pläne kritisch gesehen haben
Besondere Aufmerksamkeit erhält der Bericht durch den zeitlichen Zusammenhang mit dem Rückzug von Phil Schiller aus seiner bisherigen Rolle rund um den App Store. Schiller hatte die Verantwortung für Apples App-Store-Geschäft seit Jahren geprägt und war zuletzt als Apple Fellow tätig.
Offiziell begründete Schiller seinen Schritt unter anderem mit dem Wunsch nach mehr Zeit für seine Familie und seine Stiftung. Laut Bloomberg soll er jedoch auch Bedenken gegen den geplanten Kurs gehabt haben. Demnach habe Schiller befürchtet, dass eine stärkere Monetarisierung des App Stores die ohnehin angespannte Beziehung zu Entwicklern und Regulierungsbehörden weiter belasten könnte. Einen offenen Streit mit der Unternehmensführung soll es dabei nicht gegeben haben.
Regulatorischer Drahtseilakt
Apple könnte deshalb vor einem schwierigen Balanceakt stehen: Einerseits soll der App Store zusätzliche und möglichst regelmäßig wiederkehrende Einnahmen generieren. Andererseits könnten höhere Kosten oder strengere Bedingungen Entwickler dazu bewegen, Alternativen zu suchen oder Apple öffentlich stärker zu kritisieren.
Besonders in Europa ist der Konzern bereits mit umfangreichen regulatorischen Vorgaben konfrontiert. Der Digital Markets Act zwingt Apple unter anderem dazu, sein bisher weitgehend geschlossenes App-Ökosystem stärker für alternative Geschäftsmodelle und Vertriebswege zu öffnen.


