Wer an Apples KI-Strategie zweifelt, schaut gern auf die Verspätungen bei Apple Intelligence und die Abhängigkeit von Google. Parallel dazu kauft Cupertino seit Monaten gezielt Know-how ein, mal für Milliarden, mal im Stillen. Der jüngste Fall betrifft Huxe, ein Startup ehemaliger NotebookLM-Entwickler, und zeigt eine dritte Spielart: Apple holt sich die Leute, aber nicht die Firma.
Acqui-Hire statt Übernahme
Wie aus der Transparenzdatenbank der EU-Kommission zum Digital Markets Act hervorgeht, hat Apple die Vereinbarung bereits am 9. Juni 2026 geschlossen. Der iPhone-Konzern darf demnach bestimmten Huxe-Mitarbeitern Stellen anbieten und erhält eine nicht-exklusive Lizenz auf die Schutzrechte des Startups. Das Unternehmen selbst bleibt außen vor. Zum Preis gibt es keine Angaben, ebenso wenig dazu, wer tatsächlich wechselt.
Audio-KI von den NotebookLM-Machern
Gegründet haben Huxe Raiza Martin, Jason Spielman und Stephen Hughes, die zuvor bei Google an NotebookLM arbeiteten, das inzwischen Gemini Notebook heißt. Die App startete im Juni 2025 auf Einladung und stand ab September 2025 allen offen, begleitet von 4,6 Millionen US-Dollar Finanzierung. Sie erstellte tägliche Audio-Briefings aus E-Mails und Kalender, erzeugte Gespräche im Podcast-Stil zu frei gewählten Themen und lieferte laufend aktualisierte Audio-Feeds, etwa zu Nachrichten oder Sport.
Teil einer Serie
Laut den Einträgen in der eingangs benannten Datenbank Huxe mindestens der vierte KI-bezogene Deal, den Apple in diesem Jahr offengelegt hat. Für Q.ai zahlte der Konzern rund 2 Milliarden US-Dollar, Apfelpage berichtete. Kuzu wechselte bereits im Oktober 2025 still den Besitzer. Was Cupertino mit Huxe vorhat, ist offen, doch Audio als Schnittstelle dürfte gut zu sprachgesteuerten Assistenten wie Siri passen.


