Adobes Photoshop ist seit Jahrzehnten der Platzhirsch unter den Bildbearbeitern, doch die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Mit Affinity Photo und dem mittlerweile zu Apple gehörenden Pixelmator gibt es Alternativen, die vor allem durch einfache Bedienung punkten. Adobe setzt nun auf einen anderen Hebel: Klassische Ebenenbearbeitung und promptbasierte KI-Werkzeuge sollen enger zusammenwachsen als bisher.
Ein frisches Korrektur-Tool und kontextsensitive künstliche Intelligenz
Zu den wichtigsten Weiterentwicklungen von Photoshop gehört ein Belichtungs-Layer, mit dem sich Helligkeit, Kontrast, Lichter, Tiefen sowie die Grenzwerte für Weiß und Schwarz ohne Datenverlust regulieren lassen – nahtlos integriert in die vertraute Ebenenstruktur. Ergänzend dazu bietet Adobe maskenbasierte Retusche, angetrieben von Firefly Image 5. Anstelle mühsamer, pixelgenauer Markierungen reichen hier nun kompakte Textbefehle aus. Als Anwendungsfälle nennt der Hersteller etwa das Öffnen zugekniffener Augen oder das passgenaue Aufsetzen einer Kopfbedeckung auf ein bestimmtes Individuum. Alles, was sich außerhalb der definierten Maske befindet, bleibt dabei vollkommen unberührt.
Skizzen und Markierungen als Befehlshilfe
Dank einer frischen Markup-Option ist es nun möglich, Korrekturwünsche direkt im Bild zu markieren, etwa durch Richtungspfeile für bestimmte Objekte oder durch skizzierte Umrisse. Auf diese Weise lassen sich textbasierte Anweisungen dort präzisieren, wo Worte allein zu ungenau bleiben. Doch auch jenseits der künstlichen Intelligenz gibt es Neuerungen: Beweglicher Text kann fortan individuellen Pfaden folgen, und die Bilddatenbank Adobe Stock integriert sich via Dock-Panel unmittelbar in die Software. Nutzer erhalten so Zugriff auf über 900 Millionen Assets, die sich direkt in der App durchstöbern und in einer Vorschau betrachten lassen.
Ein eigener Workspace für Prompt-Anpassungen
Speziell für textbasierte Arbeitsabläufe konzipiert wurde der sogenannte „AI Assisted Editor“, den der Hersteller vorerst als Beta-Version bereitstellt. Dieses zusätzliche Interface fasst Funktionen zum Freistellen, generativen Erweitern, Auffüllen, Retuschieren und Hochskalieren in einer zentralen Übersicht zusammen. Wer stattdessen lieber den klassischen Pro Editor verwendet, kann die Funktion „Prompt to Edit“ über die kontextabhängige Werkzeugleiste aufrufen, ohne vorher etwas markieren zu müssen. Photoshop sichert sämtliche Resultate in separaten generativen Ebenen, wodurch Modifikationen jederzeit im Ebenenmanager bearbeitbar bleiben.
Bereits im Sommer, genauer im Juni, hatte der Softwarekonzern Photoshop um zusätzliche KI-Features erweitert, zu denen unter anderem das automatische Tilgen von Reflexionen gehörte. Mit der neuesten Aktualisierung geht das Unternehmen nun einen weiteren spürbaren Schritt nach vorn – wie gut sich die Innovationen im praktischen Dauereinsatz bewähren, muss sich allerdings erst noch zeigen.

