Im Anschluss an die iPhone-Keynote vor wenigen Wochen stand der neue Apple-CEO John Ternus der französischen Talkshow „Clique“ von Canal+ für ein Interview zur Verfügung. Dabei gab er spannende Einblicke in die Entwicklung des neuen faltbaren „iPhone Duo“, Apples Philosophie zu Künstlicher Intelligenz und seine neue Rolle an der Spitze des Unternehmens.
Die Herausforderung „iPhone Duo“
Ternus äußerte sich ausführlich zum Design des ersten faltbaren iPhones. Auf die Frage, warum Apple sich im aufgeklappten Zustand für ein iPad-ähnliches Format entschieden habe, erklärte er: „Wir wollten nicht einfach das tun, was andere bereits gemacht haben – nämlich zwei Telefonformen aneinanderkleben, woraus dann dieses seltsame quadratische Ding entsteht.“ Stattdessen habe Apple ein großformatiges Bildschirmerlebnis schaffen wollen, das sich vertraut und richtig anfühlt – ähnlich wie man es seit Jahren vom iPad kenne. Daraus resultierte das völlig neue Seitenverhältnis.
Die Entwicklung des „iPhone Duo“ war laut Ternus mit „so vielen Problemen“ verbunden, insbesondere bei der Zuverlässigkeit des Scharniers und des Displays. Gleichzeitig betonte er, dass dieses Projekt den Apple-Ingenieuren die großartige Möglichkeit bot, „wirklich clever zu sein“ und völlig neue Konzepte zu entwerfen. Ein besonderes Highlight für Ternus persönlich: die spielerische Software-Animation, die abläuft, wenn man das Gerät von der einen auf die andere Seite aufklappt. „Das bringt einen einfach zum Lächeln“, so der CEO.
Apples klare Linie bei „Siri AI“
Auch das Thema Künstliche Intelligenz kam zur Sprache. Ternus bekräftigte Apples Standpunkt, dass „Siri AI“ nicht als persönlicher Freund konzipiert sei – eine Aussage, die Software-Chef Craig Federighi bereits früher in diesem Jahr getroffen hatte. Ternus betonte, dass Apple keine menschlichen Beziehungen ersetzen wolle: „So lernen wir, so wachsen wir, so finden wir Freude und Glück.“
Überraschender CEO-Wechsel und die Zukunft von Apple
Ternus sprach auch über den Moment, als ihm von Tim Cook und dem Apple-Vorstand der Posten als CEO angeboten wurde. Obwohl er nicht verriet, wann genau dieses Gespräch stattfand, gab er zu, völlig überrascht gewesen zu sein: „Als Tim mich fragte, ob das etwas für mich wäre, konnte ich nur sagen, dass es gut war, dass ich gerade saß. Ich hätte in einer Million Jahren nicht damit gerechnet.“
Einen radikalen Kurswechsel plant Ternus als neuer Chef jedoch nicht. Zwar sei er neu in der Rolle, doch der Fokus auf Innovation, Produkte und Kunden bleibe bestehen – so wie es von Anfang an bei Apple der Fall war. Er selbst sei unglaublich leidenschaftlich bei der Entwicklung neuer Produkte und freue sich darauf, dies fortzusetzen.
Ein besonderer Gänsehaut-Moment für ihn war es zudem, auf dem September-Event das legendäre „One more thing“ ankündigen zu dürfen: „Ich habe gesehen, wie Steve es sagte, und ich habe gesehen, wie Tim es sagte. Die Gelegenheit zu haben, es selbst zu sagen, war ziemlich magisch.“


