Wenige Wochen bevor Apple voraussichtlich das iPhone 18 aus dem Hut zaubern wird, legt Google vor: Am Mittwochabend enthüllte der Suchmaschinenkonzern auf seinem „Made by Google“-Event die gesamte Pixel-11-Reihe, eine neue Smartwatch und mit dem Pixel Tag einen eigenen AirTag-Konkurrenten. Wir fassen zusammen, was Cupertinos größter Android-Rivale in diesem Jahr zu bieten hat.
Tensor G6, Titan M3 und mehr Speicher für alle Geräte
Jedes Modell der Pixel-11-Reihe greift auf den Tensor G6 zurück, den Google zum ersten Mal im modernen 2-Nanometer-Prozess bei TSMC herstellen lässt – demselben Auftragsfertiger, der auch Apples Prozessoren baut. Gegenüber dem Vorgänger G5 bietet die CPU eine Steigerung von rund 20 Prozent bei Leistung und Energieeffizienz. Noch deutlicher fällt das Plus bei der proprietären TPU aus, die laut Unternehmensangaben um die Hälfte zulegt und insbesondere bei KI-Anwendungen wie Live-Übersetzungen oder Bildberechnungen spürbar sein soll.

Ergänzt wird dies durch den neuen Titan-M3-Sicherheitschip, der als Premiere Post-Quanten-Kryptografie gemäß den Vorgaben des NIST beherrscht. Zudem ersetzt Google das bisherige Samsung-Exynos-Modem durch ein MediaTek M90, was zu stabilerem 5G-Empfang und niedrigerem Energiebedarf führen soll. Einheitlich für die gesamte Pixel-11-Generation gilt zudem: Die Einstiegsversion mit 128 Gigabyte entfällt ersatzlos. Los geht es künftig erst bei 256 Gigabyte – ein Schritt, den Apple beim iPhone längst gegangen ist. Allerdings hat Google beim Arbeitsspeicher gleichzeitig den Rotstift angesetzt. 16 GB RAM gibt es noch noch mit 512 GB oder 1 TB Speicher.
Das Google Pixel 11: Dreifachkamera und flacheres Kameramodul
Das Standardmodell setzt erneut auf einen 6,3 Zoll großen OLED-Bildschirm mit 2.424 mal 1.080 Bildpunkten und einer Bildwiederholrate von 120 Hertz, dessen maximale Helligkeit nun bei 3.000 Nits liegt. Im Inneren versehen 12 GB RAM zusammen mit dem Tensor G6 ihren Dienst. Der 4.985 mAh fassende Akku soll laut Hersteller für mehr als 30 Stunden Laufzeit sorgen und lässt sich kabelgebunden mit 30 Watt über USB-C betanken. Kabelloses Laden via Qi2 unterstützt bis zu 25 Watt; auch die PixelSnap-Magnete für MagSafe-kompatibles Zubehör sind wieder integriert. Damit geht Googles Pendant zu dem von Apple etablierten magnetischen Ladestandard in die zweite Runde.

Ins Auge springt vor allem die optische Überarbeitung: Die rückseitige Kameraleiste baut laut Hersteller um 40 Prozent flacher als beim Vorgängermodell und besteht nun durchgehend aus Glas anstelle des früheren Materialmixes aus Metall und Glas. Dahinter arbeitet ein verbessertes Dreifach-Setup, bestehend aus einer 48-Megapixel-Hauptlinse (f/1.7), einer Ultraweitwinkelkamera mit 13 Megapixeln sowie einer 10,8-Megapixel-Telefotolinse, die einen fünffachen optischen Zoom ermöglicht. Digital sind per SuperRes Zoom bis zu 30-fache Vergrößerungen machbar. Für Selfies und Videochats an der Front ist eine 10,5-Megapixel-Kamera verbaut.
Pixel 11 Pro sowie Pixel 11 Pro XL: 120-facher Zoom und HiLight-Leiste
Wie gewohnt liegt der primäre Unterschied der beiden Pro-Ausführungen in ihren Abmessungen: Während das Pixel 11 Pro mit einem 6,3-Zoll-Bildschirm daherkommt, misst das Pro XL 6,8 Zoll. Beide verwenden LTPO-OLED-Technologie und erreichen eine maximale Helligkeit von 3.600 Nits – ein signifikanter Zuwachs von 20% im Vergleich zu den 3.000 Nits der älteren Generation. Gorilla Glass Victus 2 schützt die Panels, wobei der Hersteller eine doppelt so hohe Kratzbeständigkeit wie zuvor angibt.

Eine gewisse Enttäuschung macht sich beim Arbeitsspeicher breit. In den Einstiegsmodellen mit 256 GB Speicher sind fortan bloß noch 12 GB RAM verbaut. Das stellt einen Rückschritt dar, da das Pixel 10 Pro unabhängig von der Speicherwahl durchgehend mit 16 GB ausgestattet war. Wer den vollen Arbeitsspeicher von 16 GB wünscht, muss zur Ausführung mit 512 GB oder 1 TB greifen. Als Grund nennt Google stark gestiegene Weltmarktpreise für RAM. Dennoch dürfte es bei vielen Kunden auf Unverständnis stoßen, wenn ein teureres Pro-Gerät weniger Arbeitsspeicher bietet als sein Vorgänger. Konkurrent Apple wird diese Entwicklung sicherlich genau beobachten; Branchenkenner spekulieren bereits über einen ähnlichen Schritt beim kommenden iPhone 18 Pro.
Der Akku fasst 4,850 mAh beim Standardmodell beziehungsweise 5,200 mAh beim Pro XL, wobei kabelgebunden mit 30 Watt geladen wird. Hinsichtlich des kabellosen Ladens verspricht der Konzern ein um 29 Prozent flotteres Tempo als beim Vorgängermodell.
Die Foto- und Videoeinheit erweist sich als echtes Highlight: Die Kombination aus 50-MP-Hauptsensor, 48-MP-Ultraweitwinkel samt Makromodus sowie der 48-MP-Periskop-Telelinse ermöglicht einen neuen Pro Zoom, der eine bis zu 120-fache Vergrößerung erlaubt. Mithilfe künstlicher Intelligenz soll eine Bildrekonstruktion stattfinden, die auch bei extremen Zoomstufen noch verwendbare Aufnahmen garantiert. Vorn sitzt eine 42-MP-Kamera, die ein Sichtfeld von 103 Grad einfängt. Bewegtbilder lassen sich nach wie vor in 8K aufzeichnen – eine Disziplin, in der Google der Konkurrenz aus Cupertino weiterhin voraus ist.
Als auffälligstes optisches beziehungsweise funktionales Merkmal sticht HiLight ins Auge: Eine direkt neben der Hauptkamera platzierte LED-Leiste auf der Rückseite, die bei eingehenden Anrufen, Messages oder Gemini-Aktivitäten in frei wählbaren Tönen leuchtet. Das erweist sich vor allem dann als nützlich, wenn das Smartphone mit dem Bildschirm nach unten auf dem Tisch platziert ist. Ob man in diesem Feature eine echte Neuerung oder eher eine Spielerei sieht, mag individuell verschieden sein.
Pixel 11 Pro Fold: Schlankeres Gehäuse, geringeres Gewicht – und höhere Kosten
Google hält an seiner Foldable-Reihe fest und rollt nun die inzwischen vierte Generation aus, ein Marktsegment, das von Apple bisher nach wie vor konsequent gemieden wird. Das neue Pixel 11 Pro Fold wiegt nun 10 Prozent weniger (239 Gramm statt 249 Gramm) und baut einen Millimeter flacher; zusammengeklappt beträgt die Dicke 10,1 mm. Das äußere Display misst 6,4 Zoll, während das innere LTPO-AMOLED-Panel eine Diagonale von 8 Zoll bei einer Auflösung von 2.076 mal 2.160 Bildpunkten bereitstellt. Neben einem modifizierten Scharnier bleibt auch die IP68-Zertifizierung erhalten.

Für Bilder und Videos vertraut der Hersteller auf einen neuen 48-Megapixel-Hauptsensor. Die Kapazität des Akkus beläuft sich auf 4.658 mAh, und geladen wird via USB-C mit 30 Watt. Je nach gewählter Ausstattung stehen 12 oder 16 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung.
Pixel Watch 5: Zusätzlicher Speicher und erweiterte Gesundheitsfunktionen
Äußerlich bleibt die Pixel Watch nahezu unangetastet. Auch in ihrer fünften Iteration bleibt die kreisrunde Formgebung in den Gehäusegrößen 41 sowie 45 mm erhalten; Höhe, Durchmesser und Masse entsprechen exakt dem Vorgängermodell. Lediglich bei den Farboptionen gibt es Anpassungen: Satin Moonstone wird durch das neue Satin Pyrite ersetzt. Ergänzend dazu erscheinen Fog und Canyon, wobei Letztere exklusiv dem kleineren 41-Millimeter-Format vorbehalten bleibt.

Die wesentlichen Neuerungen verbergen sich im Inneren. Der Hersteller verwendet hier eine modifizierte „Accelerated“-Ausführung des Snapdragon W5 Gen 2, welche einen Leistungssprung von etwa 20 Prozent ermöglichen soll. Gleichzeitig stockt man den Arbeitsspeicher von 2 auf 3 GB auf, während sich der Festspeicher mit 64 GB im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt. Hinsichtlich der Laufzeit verspricht der Konzern bis zu 30 Stunden für das kompakte beziehungsweise 40 Stunden für das größere Gehäuse. Ein nützliches Detail: Mittels Quick Charge Dock reichen bereits 15 Minuten Ladezeit für eine Betriebsdauer von 15 Stunden aus.
Hauptaugenmerk der neuen Generation ist allerdings die Softwareseite. So zieht Gemini direkt auf die Smartwatch ein, womit sich generative Zifferblätter komfortabel via Spracheingabe generieren lassen. Im Bereich Fitness und Wellness dominiert der neu eingeführte „Health Guardian“: Das Wearable registriert anhaltende Einbrüche der Blutsauerstoffwerte und kann im Ernstfall bei eintretender Bewusstlosigkeit eigenständig einen Notruf absetzen – diese Funktion startet zeitnah in diversen europäischen Staaten. Hinzu kommt eine cloudbasierte Nachbearbeitung der GPS-Daten, die laut Herstellerangaben doppelt so genaue Streckenaufzeichnungen als bisher erzeugt. Der US-Konzern zieht hierbei selbstbewusst Vergleiche zur Apple Watch Ultra 3 sowie zur Garmin Fenix 8 Pro.
Pixel Tag: Googles Gegenentwurf zum AirTag
Mehr als ein halbes Jahrzehnt nach Apples Tracking-Gerät veröffentlicht Google nun ebenfalls einen eigenen Schlüsselfinder. Während Apple-Anwender ihre Wertsachen bereits seit 2021 via Ultra-Wideband lokalisieren, blieben Android-Besitzer bisher auf Hardware von Fremdanbietern wie Motorola oder Chipolo angewiesen. Das Design des Pixel Tag besteht aus einer Kombination aus Edelstahl und Polycarbonat im Pillen-Format. Mit Abmessungen von 46 × 28 × 5,4 mm und einem Gewicht von lediglich 11,8 Gramm fällt das Gadget spürbar flacher aus als das kreisrunde Konkurrenzprodukt aus Cupertino.

Die integrierte CR2032-Knopfzelle wird über einen rückseitigen Drehmechanismus gewechselt und bietet eine Laufzeit von etwa zwölf Monaten. Dank IP67-Zertifizierung ist das Gerät gegen das Eindringen von Staub und zeitweiliges Untertauchen gewappnet.
Unter der Haube vereint der Tracker Bluetooth 6.0 inklusive Channel Sounding mit UWB. Dies erlaubt eine zentimetergenaue Positionsbestimmung, sofern das genutzte Smartphone beide Standards unterstützt. Abhanden gekommene Objekte können über das Find-Hub-Netzwerk mithilfe fremder, anwesender Android-Telefone lokalisiert werden. Zum Schutz vor missbräuchlicher Verfolgung sind Vorkehrungen nach dem gemeinsam von Google und Apple entworfenen DULT-Protokoll an Bord. Exklusiv für den Pixel Tag ist zudem ein Alarm bei Vergesslichkeit vorgesehen, der anschlägt, sobald ein getaggter Gegenstand liegen gelassen wird – eine Funktionalität, die man von Apples „Wo ist?“-Ökosystem her kennt.
Android 17 und Gemini Intelligence
Sämtliche neu vorgestellten Pixel-Modelle sind ab Werk mit Android 17 ausgestattet und bauen voll auf Google Gemini Zu den Neuerungen zählt Magic Capture, welches aus einer Sequenz von bis zu 400 Fotos eigenständig den optimalen Schnappschuss extrahiert. Ergänzt wird dies durch das KI-Diktierprogramm Rambler sowie die zuvor genannte HiLight-Option der Pro-Ausführungen. Wie gewohnt garantiert das Unternehmen einen Update-Support für Software und Sicherheit über einen Zeitraum von sieben Jahren für die komplette Serie.
Die Preise der neuen Hardware
Der Einstiegspreis für das Pixel 11 liegt bei 999 Euro für die 256-GB-Ausführung, während die Version mit 512 GB mit 1.129 Euro zu Buche schlägt. Das Pixel 11 Pro startet bei 1.199 Euro (256 GB); für die 512-GB-Ausführung werden 1.329 Euro fällig, und das Topmodell mit 1 TB kostet 1.589 Euro. Preislich positioniert sich das Pixel 11 Pro XL bei 1.399 Euro für 256 GB, bei 1.529 Euro für 512 GB sowie bei 1.789 Euro für die 1-TB-Variante. Das Pixel 11 Pro Fold erfordert Investitionen von 1.999 Euro (256 GB), 2.129 Euro (512 GB) oder 2.389 Euro (1 TB). Zu beachten ist zudem: Die vollständigen 16 GB Arbeitsspeicher sind beim Pixel 11 Pro und Pro XL erst ab dem 512-GB-Speicher an Bord, während die jeweiligen 256-GB-Einsteigermodelle auf 12 GB limitiert sind.
Vorbestellung und Verfügbarkeit
Sämtliche Pixel-11-Smartphones und die Pixel Watch 5 können ab sofort vorbestellt werden, der Verkaufsstart ist für den 20. August 2026 angesetzt. Zur Markteinführung legt Google erneut ein Jahr 2 TB Cloud-Speicher sowie ein Abo für Google One AI Premium mit Gemini Advanced bei. Einzige Ausnahme bleibt der Pixel Tag, der erst am 11. November in den Handel kommt.

