Apple rüstet seine Office-Apps mit einem KI-Helfer auf. Hierzulande müsst ihr euch allerdings gedulden: Die Funktion startet als Beta, ausschließlich in US-Englisch und erst ab iOS 27 und ist somit in Deutschland derzeit nicht nutzbar.
Ein Assistent, drei Schwerpunkte
Pages, Numbers und Keynote kommen nun mit einem KI-Assistenten, der auf Apple Intelligence aufbaut. Laut den Versionshinweisen arbeitet der Assistent in allen drei Programmen nach demselben Prinzip. Er kennt den Inhalt des geöffneten Dokuments und nimmt Anweisungen in natürlicher Sprache entgegen. Mit Siri AI scheint er dabei nichts zu tun zu haben, er wirkt eher wie ein eigenständiges Werkzeug der Apps.
In Pages schreibt er erste Entwürfe, hilft beim Gliedern und Überarbeiten, formuliert einzelne Passagen neu, passt den Tonfall an und erzeugt auf Zuruf Bilder und Formen. In Keynote baut er Präsentationen auf, fügt Animationen hinzu und erstellt Folien samt Moderatorennotizen. Den größten Nutzen dürfte Numbers haben, denn gerade an der Formelsyntax scheitern viele. Dort leitet der Assistent Erkenntnisse aus Daten ab, baut komplexe Formeln, legt Tabellen an und schlägt passende Diagramme vor. In allen drei Apps erklärt er außerdem fortgeschrittene Funktionen und recherchiert auf Wunsch aktuelle Informationen, die er direkt ins Dokument einfügt.
Klassische iWork-Apps gehen leer aus
Das Update erhalten nur die Creator-Studio-Ausgaben, die Apple im Januar mit Version 15.1 als eigene Apps eingeführt hat. Die klassischen iWork-Apps bleiben außen vor. Für macOS und iPadOS sind sie seit dem 13. April ohnehin nicht mehr im App Store zu finden. Die Creator-Studio-Apps sind in der Grundversion weiterhin kostenlos, für den Assistenten braucht ihr jedoch das Abo.
Keynote bekommt ein offenes Format
Eine Neuerung gibt es auch ohne Abo. Keynote importiert und exportiert Präsentationen jetzt im Interchange Format mit der Endung .keyx. Apple spricht von einem offenen Dateiformat, das die Bearbeitung in anderen Apps erleichtern soll. Das ist ein größerer Schritt, als es klingt: Das bisherige .key-Format ist proprietär und undokumentiert. Wer Präsentationen mit Kollegen unter Windows teilen wollte, musste deshalb fast immer den Umweg über einen PowerPoint-Export gehen. Welche Programme .keyx künftig unterstützen und ob Animationen und Übergänge dabei erhalten bleiben, verrät Apple noch nicht.
Warum Europa wartet
Eine Begründung für die Beschränkung auf US-Englisch nennt Apple nicht. Der Digital Markets Act liegt als Erklärung nahe. Schon im Juni hatte Apple erklärt, Siri AI auf iPhone und iPad in der EU nicht anbieten zu können, auf Mac und Vision Pro dagegen schon. Die Bindung an iOS 27 passt ins Bild. Allerdings greifen laut einem Apple-Dokument für Bildungseinrichtungen einige KI-Funktionen von Creator Studio auf OpenAI zurück. Die Sprachbeschränkung könnte also auch schlicht dem Beta-Status geschuldet sein.


