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21. August 2026

Patrick Bergmann

Alexa+ versagt im Test

Während Apple seine überarbeitete Siri-Version mit KI-Funktionen für den Herbst vorbereitet, zeigt ein ausführlicher Praxistest bei der Konkurrenz, wie schwierig der Sprung zum echten KI-Agenten in der Praxis ist. Amazons Alexa+ soll eigenständig Fahrten buchen, Essen bestellen und das Smart Home steuern, scheitert dabei aber auf ganzer Linie.

Alexa+ muss sich beweisen

Tech-Journalist David Pogue, ehemaliger Kolumnist der New York Times, hat den Dienst in 135 Einzelaufgaben getestet, viele davon direkt aus Amazons eigener Werbeliste entnommen. Sein öffentliches Urteil: „fehlerreich und beschämend“. Lediglich bei einfachen Chataufgaben und Uber-Buchungen schlug sich Alexa+ passabel. Sobald es an die beworbenen Kernfunktionen ging, häuften sich die Aussetzer, so Pogue.

Schleifen, falsche Kostenangaben und kuriose Reaktionen

Bei der bestellung von Speisen verhedderte sich die Software in einer Dauerschleife und erkannte bereits getätigte Angaben zum Lieferservice nicht mehr an. Auf die Zeitangabe „ASAP“ bei der Suche nach einem Handwerker reagierte Alexa+ mit dem Spruch „I’m Alexa, not Shaq!“ – eine völlig zusammenhanglose Referenz auf den ehemaligen Baksteballer Shaquille O’Neal. Bei regulären Bestellungen wurden fehlerhafte Beträge genannt, und die Suche nach Präsenten für einen jungen Mann brachte Treffer für die falsche Zielgruppe hervor. Einen elementaren Verstandestest bestanden ChatGPT, Claude und Siri mühelos, die Amazon-Entwicklung hingegen scheiterte.

Ausfälle selbst bei Kernkompetenzen wie Audio und Überwachung

Besonders pikant: Die Musikwiedergabe, jahrelang eine Stärke des Systems, streikte gewaltig. Die Koppelung mit Spotify verlangte eine komplette Neueinrichtung, während aussagekräftige Hinweise zum Beheben des Problems ausblieben. Auch die hauseigenen Ring-Überwachungskameras ließen sich kaum bedienen, da der Assistent das aktive Abonnement schlicht ignorierte. Zwei besonders herausgestellte Features, individuell zusammengestellte Podcasts und automatisierte Geburtstagsständchen, verweigerten im Experiment jeglichen Dienst. Sämtliche Abläufe hielt Pogue in einer fast einstündigen Videoaufnahme auf YouTube fest.

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Kosten und Markteinführung

Derzeit läuft für Alexa+ eine geschlossene Testphase, die am 15. September auslaufen soll. Für Kunden mit Prime-Abo ist das Angebot inklusive, während der separate Monatsbeitrag bei 22,99 Euro liegt. Für Apple-Nutzer dürfte der Test vor allem als Maßstab interessant sein: Wenn Cupertino im Herbst die neue Siri-Generation ausrollt, wird sie sich an genau solchen Alltagsaufgaben messen lassen müssen.

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