iPhone eines Verdächtigen beschlagnahmt? Bloß nicht hinsehen

US-Polizeibeamte werden inzwischen recht konkret im Umgang mit gesperrten iPhones verdächtiger Personen unterwiesen. Eine seit kurzem ausgegebene Direktive bezieht sich speziell auf iPhones mit Face ID. Man weiß nicht so recht, ob man hier schmunzeln oder die Stirn runzeln soll.

Wenn ein Smartphone beschlagnahmt wird, fällt den Ermittlern der Passcode in der Regel nicht in die Hände. Das kann mit unter zum Problem werden und der Streit darüber, wie die Frage nach dem Umgang mit der elektronischen Privatsphäre von Straftätern verfahren werden soll, ist noch immer ungeklärt. Sie ist im weiteren auch die Frage nach dem Schutz der Privatsphäre des Bürgers vor staatlichem Zugriff generell und hat in den USA den Kryptokrieg zwischen dem FBI und Apple und in der Folge faktisch jeder gegen jeden auf Seiten der Sicherheits- und Tech-Branche ausgelöst.

Und während vor Jahren noch darüber gestritten wurde, ob man einen Verdächtigen zwingen kann, seinen Fingerabdruck für die Entsperrung eines iPhones herzugeben, sind wir heute quasi schon einen Schritt weiter.

Face ID aktiv? Bloß nicht hinsehen

Ein neuer Bericht dokumentiert Anweisungen amerikanischer Polizeibehörden für den Umgang mit iPhones, auf denen Face ID aktiv ist. Die Beamten werden angewiesen, bloß nicht auf das Display zu schauen. Der Grund ist klar: Bemerkt das iPhone zu oft ein nicht passendes Gesicht, fordert es den Sperrcode an und der fällt unstrittig unter den fünften Zusatz der US-Verfassung und darf von einem Gefangenen nicht erfragt werden.

Hingegen ist es weniger problematisch, Gefangene dazu zu bringen, mittels Face ID ihr iPhone auch gegen ihren Willen zu entsperren.

Erstmals wurde die unabsichtliche Deaktivierung von Face ID auf der Apple-Keynote von 2017 beobachtet, auf dieses Vorkommnis bezieht sich wohl auch die neue Polizeianweisung, wie die Sicherheitsfirma Elcomsoft anhand einer internen Präsentation gezeigt hat.

Craig Federighi hatte damals versucht, ein iPhone zu entsperren, das zuvor schon zu viele fremde Gesichter gesehen hatte.

Diese Instruktion ist nur ein Puzzleteil im Bestreben der US-Behörden, sich Zugang zu beschlagnahmten iPhones zu verschaffen. Viele Polizeibehörden haben sich die GrayKey Box besorgt, mit der es vergleichsweise simpel möglich ist, den Passcode eines iPhones zu ermitteln, wenn der nicht zu lang ist.

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Roman van Genabith
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6 Kommentare zu dem Artikel "iPhone eines Verdächtigen beschlagnahmt? Bloß nicht hinsehen"

  1. kddkdbb 15. Oktober 2018 um 10:27 Uhr ·
    Ich finde das total genial von Apple.
    iLike 12
  2. Dani H. 15. Oktober 2018 um 12:57 Uhr ·
    War da mal nicht was mit 5x Standby Taste drücken und danach muss man denn Code eintippen? Ist das nicht auch bei FaceID der Fsll?
    iLike 5
  3. Tom 15. Oktober 2018 um 13:01 Uhr ·
    Etwas seltsam die Gesetzeslage, wenn es doch um das gleiche Anliegen (Geräte-Entsperrung) geht!?
    iLike 1
  4. Keno 15. Oktober 2018 um 14:02 Uhr ·
    Und dann gibt es noch Deutschland….“Das Internet ist für uns alle Neuland“
    iLike 4
    • Drakenstorm 15. Oktober 2018 um 14:20 Uhr ·
      … und mafiöse Strukturen und Banden gibt es hier nicht.
      iLike 2
  5. Septimus 15. Oktober 2018 um 16:35 Uhr ·
    Man braucht doch das iPhone dem Verdächtigen nur ganz kurz vor das Gesicht halten und man hat Zugriff! Leichter kann man es doch der Staatsmacht oder dem Dieb nicht mehr machen um an private Daten zu kommen….
    iLike 3

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