SoundCloud vorerst gerettet, aber noch nicht über den Berg

SoundCloud ist es in letzter Sekunde gelungen neue Investorengelder einzuwerben. Ohne einer neuerliche Finanzspritze in dreistelliger Millionenhöhe wäre das Berliner Musik-Startup faktisch am Ende gewesen, doch auch so bleibt die Perspektive angespannt.

„Was sie mir da erklären wollen heißt kurz gesagt: Die Musik hat aufgehört zu spielen“, fasste CEO John Tuld in Der große Crash von 2011 die Situation zusammen, als ihm einer seiner Trader beibringt, dass die Bank fast unrettbar verloren ist. Ein Ausspruch, der uns mit Blick auf die Probleme des Musik-Startups Soundcloud unwillkürlich durch den Kopf schießt. Im Film wird ihm schließlich geantwortet, dass die Musik zumindest leiser wird. Exakt so könnte die Situation von SoundCloud auch beschrieben werden: Das Unternehmen musste unlängst 40% seiner Mitarbeiter entlassen und braucht dringend frisches Geld.

SoundCloud

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Bis heute mussten sich angefragte Investoren entscheiden, ob sie noch mal Geld nachschießen oder nicht. Inzwischen ist das Zittern vorerst vorbei.

Alexander Ljung, founder and Chairman of the Board, SoundCloud, said, “Now in its 10th year, I’m proud to say SoundCloud stands as an indispensable part of global music culture. I look forward to fully dedicating my time to leading the board and helping drive SoundCloud’s long term strategic vision, and forging strategic partnerships and connections with industry partners and our one-of-a-kind creative community.

Die Bank The Raine Group aus New York und die Singapurer Temasek Holdings nehmen neben anderen Investoren noch ein mal 169,5 Millionen Dollar in die Hand, doch SoundCloud hat das selbe Problem, das in abgeschwächter Form auch Spotify hat.

Ein Geschäftsmodell muss her

SoundCloud ist vor allem eine Plattform für unabhängige Musiker. Als solches war es für viele Künstler ein neues MySpace. Auch Labels sind inzwischen an Bord, vor einiger Zeit startete SounCloud ein Bezahlmodell, um die erheblichen Mengen angelegten Wagniskapitals wieder einzuspielen. Doch SoundCloud Go ist bislang kein Erfolg. Genaue Zahlen verrät das Unternehmen nicht, Schätzungen von Branchenbeobachtern gingen zuletzt aber von rund 250.000 Nutzern in acht Ländern aus. Lang anhaltende Durststrecken sind bei Internet-Startups nicht ungewöhnlich, bei Amazon dauerte es Jahre, bis das Unternehmen erstmals Gewinn machte. Ein Businessplan von SoundCloud rechnet in der Tat auch in den nächsten drei Jahren mit roten Zahlen. Ein Verkauf des Unternehmens bei anhaltenden Negativergebnissen wäre denkbar, obgleich der Wert von SoundCloud im Fallen begriffen ist. Ein Verkauf an Twitter für eine Milliarde Euro scheiterte bereits zuvor. Falls die Monetarisierung nicht gelingt, könnte das Unternehmen das von seinem Gründer gegebene Versprechen an die Musiker, die ihre Playlisten über Jahre auf SoundCloud gepflegt haben, letztlich doch noch brechen müssen: „Eure Musik wird nicht weggehen.“

Würdet ihr für SoundCloud zehn Euro im Monat zahlen?

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Roman van Genabith
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Roman van Genabith

3 Kommentare zu dem Artikel "SoundCloud vorerst gerettet, aber noch nicht über den Berg"

  1. Hang 11. August 2017 um 19:36 Uhr · Antworten
    Ne, würde Save bei Apple Music bleiben!
    iLike 0
  2. smoga1 11. August 2017 um 19:42 Uhr · Antworten
    Apple soll die Bude kaufen und in  Music integrieren. Somit hätten die freien Künstler eine viel höhere Anzahl von Nutzern und somit auch bessere Chancen bekannt zu werden. Ich mag SoundCloud sehr, aber nicht für 10€ und schon gar nicht im Monat. Dafür is das Angebot nicht ausreichend. Nach Einführung des Abos, hab ich SoundCloud nur selten genutzt. Die Werbung nervt, das Angebot ist schlechter geworden. Und davor hätte es schon keine Rechtfertigung Geld dafür zu verlangen
    iLike 3
  3. WhoRanZone 12. August 2017 um 10:45 Uhr · Antworten
    Die könnten sich doch mit spotify zusammen tun
    iLike 0