Old McDonald has an App: Online-Shopping wird zunehmend mobil

Spätestens seit Amazon wird es für lokale Einzelhändler immer schwieriger, sich gegen die wachsende Online-Konkurrenz durchzusetzen. Und noch ein Trend zeichnet sich ab: So könnten Desktop-Rechner und Laptops im Online-Geschäft bald ein Nischendasein fristen.

Old McDonald has an App

Domino’s Pizza und Starbucks haben es bereits vorgemacht: Bei immer mehr Restaurantketten lässt sich die Bestellung schon auf dem Weg zur Filiale aufgeben und bezahlen. Ist man im Geschäft angekommen, muss man sie nur noch entgegennehmen.

Damit wird Fast Food noch schneller – zumindest in der Theorie. Starbucks kämpft mit einem Luxusproblem: Im Januar verkündete die Kette, es kämen zeitweise mehr Online-Bestellungen rein, als verarbeitet werden können. Timing ist dabei generell das A und O: Ist der Kunde zu langsam oder die Bedienung zu schnell, wird das Essen oder der Kaffee kalt. Ist der Gast hingegen schneller im Geschäft, als die Mitarbeiter für die Zubereitung brauchen, muss er trotz Vorbestellung warten. Die Kunden fragen dann „Warum habe ich per App vorbestellt?!“, sagte McDonald’s Vize-Vertriebschef Jim Sappington in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Seit Anfang des Monats testet die Mutter der Fastfoodketten entsprechende Funktionen. Nach vier rückläufigen Jahren soll das Mobilgeschäft die Kunden endlich wieder zurück in die Restaurants treiben. Dabei will McDonald’s vieles besser machen, als die frühe Konkurrenz: „Es ist besser, gut, statt Erster auf dem Markt zu sein“, ergänzte McDonald’s Vorstandsvorsitzender Steve Easterbrook. McDonald’s setzt mit seiner App beispielsweise auf die Geo-Fence-Technologie, um die Bestellung minutengenau zu servieren.

Der Testlauf startete in 29 Restaurants im US-Bundesstaat Kalifornien. Anfang nächster Woche sollen 51 weitere Filialen im Bundesstaat Washington folgen. Nach mehreren Pilottests und Auswertung des Kunden-Feedbacks soll die App bis Ende des Jahres für Bestellungen in fast allen Filialen in den USA, Kanada, Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich und China freigeschaltet werden.

Online-Shopping wird zunehmend mobil

Das „Restaurant zur Goldenen Möve“ liegt damit voll im Trend, wie eine Umfrage unter deutschen Onlinemarktplatzhändlern zeigt. In halbjährlichen Onlinebefragungen von ECC Köln und eBay werden deutschen Marktplatzhändlern grundlegende Fragestellungen zur wirtschaftlichen Einschätzung gestellt. Aus den Antworten wird der sogenannte Marktplatz-KIX abgeleitet. Das steht für „Marktplatz-Konjunkturindex“ und ist laut eigener Website DAS Stimmungsbarometer unter den deutschen Onlinemarktplatzhändlern.

Fast zwei Drittel der befragten Online-Händler wertet statistisch die Gerätenutzung aus. Bei 28 % von Ihnen liegt der Anteil der Käufe über mobile Geräte derzeit zwischen 10 und 25 Prozent. In 22 % der Shops kauft sogar ein Viertel bis die Hälfte der Kunden bereits über das Smartphone oder Tablet ein. Die meisten (90 %) Online-Händler sind sich einig, dass der Anteil des Mobile-Commerce am Onlinehandel in den kommenden Jahren wachsen wird. Etwa 6 von 10 Online-Händlern glaubt, dass die Konsumenten in Zukunft sogar hauptsächlich über Mobilgeräte shoppen werden.

Angesichts dieser Erwartungen verwundert es, dass nur etwa jeder Dritte Befragte seine Angebote für eine bessere Ansicht auf Mobilgeräten optimiert und nur die Hälfte getestet hat, wie die eigenen Angebote auf Mobilgeräten dargestellt werden. Außerdem plant nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten, die Investitionen in diesem Bereich zu steigern. Ein Fehler, glaubt Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln:

„Mobile Shopper haben spezifische Anforderungen an Onlinemarktplätze und Online-Shops. Die Usability muss extrem gut sein, sonst kommt es schnell zu frustrierenden Erlebnissen – und Konsumenten wandern im Zweifel zu Wettbewerbern ab.“

Ein Drittel der Befragten wünsche sich laut Umfrage Hilfe bei der Anpassung an Mobilgeräte – immerhin 23 % der Teilnehmer gestehen ein, Schwierigkeiten bei den Anpassungen zu haben.

Das Ende der Störerhaftung wird hingegen gemischt aufgenommen. Es könnte den Weg zu einem flächendeckenden, kostenfreien WLAN in den Innenstädten ebnen. Während sich 26 % der Befragten davon positive Effekte verhoffen, erwartet jeder Fünfte davon keine Auswirkungen auf das Online-Geschäft.

Generell rechnet die Hälfte der Befragten in den kommenden drei Monaten mit einem Aufschwung des Online-Geschäfts; zwei Drittel mit einem Aufschwung in den nächsten 12 Monaten. Der Index bleibt damit erkennbar positiv.

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Marcel Gust
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Marcel Gust

3 Kommentare zu dem Artikel "Old McDonald has an App: Online-Shopping wird zunehmend mobil"

  1. Azrat 16. März 2017 um 13:23 · Antworten
    Bin Mal gespannt wie die Hartgeld-Liebenden das verkraften ?
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    • inu 16. März 2017 um 20:01 · Antworten
      Sie werden sich notfalls anders orientieren, Azrat. Ganz einfach. …
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  2. AppleJuenger 16. März 2017 um 13:49 · Antworten
    Naja Pizza.de und Paypal wenn ich mal zu faul bin zur Bank zu gehen :D Ansonsten habe ich nicht nur einmal festellen müssen, dass sich die Preise im Verleich zu zur App verbessern, wenn man sich das iPhone ans Ohr hält und reinspricht (auch Telefonieren genannt)
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